Interview mit dem UNESCO-Projektkoordinator

 


Interview mit dem UNESCO-Projektkoordinator Herrn Aydin

  1. Herr Aydin, wie lange sind Sie bereits an der KKS? 

Ich bin seit dem Schuljahr 2017/18 an unserer KKS.

  1. Was waren Ihre Gründe, genau an diese Schule zu kommen? 

Ich habe unsere KKS im Januar 2016 als Referent besucht. Das freundliche Miteinander ist mir direkt aufgefallen. Als ich dann gesehen habe, dass unsere KKS sich auch besonders in den Bereichen Demokratieerziehung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Interkulturalität, Welterbeerziehung usw. engagiert, stellte sich mir sofort die Frage, warum die KKS nicht schon bereits eine UNESCO-Schule ist.

  1. Jetzt sind wir schon bei dem Thema UNESCO, für das Sie auch Experte sind. Was kennzeichnet eine UNESCO-Schule?

Unsere KKS ist z.B. eine klassische UNESCO-Schule. UNESCO-Schulen denken global – handeln lokal. Das hat unsere Schule schon immer getan und nicht erst seit Sommer 2016, als wir uns dem Netzwerk der UNESCO-Projektschulen angeschlossen haben.

  1. Könnten Sie das mit Beispielen konkretisieren?

UNESCO-Schulen pflegen eine Kultur des Friedens. Die Kultur des Friedens ist als eine Art Dach zu verstehen, das auf sechs Säulen steht. Bei den Säulen handelt es sich um Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung, Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Global Citizenship, Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter und UNESCO-Welterbeerziehung.

Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung leben wir an unserer KKS aktiv. Wir haben den Klassenrat, eine gut funktionierende SV, organisieren Exkursionen zu Mahnmahlen, haben die Streitschlichter, führen Podiumsdiskussionen durch usw.

Mit den Erasmus+ Projekten, dem breiten Fremdsprachenangebot, dem Theaterrucksack und dem Ashadeep-Projekt in Indien füllen wir die Säule Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt mit Inhalt. 

Die Bildung für nachhaltige Entwicklung hat an unserer KKS einen hohen Stellenwert. Sowohl im Unterricht als auch außerhalb des Unterrichts engagiert sich unsere Schule in diesem Bereich besonders. An dieser Stelle seien beispielhalft das Blaue Klassenzimmer, das Grüne Klassenzimmer, die BNE-Scouts, die EmscherKids und die Zusammenarbeit mit dem Schulbauernhof zu nennen.

Auch die anderen drei Säulen werden im Schulalltag aktiv gelebt.

Um das Bild zu vervollständigen: Das Dach mit den sechs Säulen steht auf dem Fundament Lernen, Wissen zu erwerben – Lernen zu handeln – Lernen für das Leben und Lernen, zusammenzuleben.

  1. Sie sind UNESCO-Experte. Wie kann ich mir Ihre Funktion an der Schule als UNESCO-Projektkoordinator vorstellen?

Als UNESCO-Koordinator bin ich die Ansprechperson für UNESCO-Anliegen. Ich koordiniere und unterstütze die UNESCO-Arbeit der verschiedenen Gremien und stehe in engem Kontakt und Austausch mit der Landeskoordination. Des Weiteren binde ich die UNESCO-Anliegen in die Schulentwicklung und das Schulprogramm mit ein, vertrete unsere Schule bei Landestagungen, Fachtagungen und offiziellen Anlässen. Das Pflegen der Kontakte zu den Partnereinrichtungen und die Koordination schulinterner und überregionaler Projekte gehören ebenfalls zu meinen Aufgaben. Das Schuljahr endet für mich immer mit dem Erstellen eines Jahresberichtes über die durchgeführten UNESCO-Aktivitäten, der dann an die Bundeskoordination, Landeskoordination und an das Kultusministerium geht.    

  1. Was ist Ihr persönliches Ziel in Bezug auf die UNESCO an dieser Schule?

Was möchten Sie mit Ihrem Ziel erreichen? 

Unsere KKS gehört zu den 30 UNESCO-Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen. Im Kreis Recklinghausen sind wir die einzige Schule, die Mitglied in diesem weltweiten Schulnetz ist. Es handelt sich hier um unser Alleinstellungsmerkmal in der Recklinghäuser Schullandschaft. Mein Ziel ist es, dieses Alleinstellungsmerkmal weiter zu fördern und den UNESCO-Gedanken unseren Schüler*innen zugänglicher zu machen

  1. Welche der sechs Säulen hat für Sie persönlich einen enormen Stellenwert?

Ich finde natürlich alle sechs Säulen wichtig. Da ich das Fach Sozialwissenschaften unterrichte, kann ich diese im und außerhalb des Unterrichts besonders mit Inhalt füllen. Wir haben beispielsweise in unserem SOWI-Zusatzkurs den heißen Stuhl entwickelt. Jeden Monat setzt sich ein anderer Politiker für 60 Minuten auf diesen Stuhl und stellt sich den Fragen der Schüler*innen. Wir hatten neben Stadtverbandsvorsitzenden, Kommunal- und Bundespolitikern auch einen Staatssekretär aus Düsseldorf auf dem heißen Stuhl.

  1. Welche Chancen bietet UNESCO Ihrer Institution?

Wir sind Mitglied eines weltweitern Schulnetzwerkes und da bieten sich etliche Chancen an. Unsere Schüler*innen hatten z.B. bereits die Gelegenheiten an int. Konferenzen teilzunehmen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Afrika. Für die Schulentwicklung können wir auf einen Pool von Experten aus dem Netzwerk zurückgreifen.

  1. Inwieweit erkennen Sie Parallelen zwischen den Motiven der UNESCO und dem Leitbild Ihrer Schule?

Unsere KKS hat als Leitbild „miteinander, füreinander – vorleben, erfahren in die Gesellschaft tragen“. Das deckt sich mit den Motiven der UNESCO-Projektschulen. Wenn unsere Schüler*innen die sechs Säulen in die Gesellschaft tragen, haben wir viel für die Kultur des Friedens geleistet.

  1. Konnten Sie bereits lokale und internationale Kontakte knüpfen, um globale Austausche zu ermöglichen? Um welche Kontakte handelt es sich konkret?

Seitdem wir Mitglied in dem Netzwerk der UNESCO-Projektschulen sind, haben wir nicht nur internationale Schulkontakte knüpfen können, sondern auch Kontakte mit wichtigen Institutionen in unserer Region. Wir haben im Schuljahr 2018/19 eine Partnerschaft mit der Ort-Hilmi-Schafie School in Akko, Israel schließen können. Die Altstadt von Akko steht unter UNESCO-Weltkulturerbe. Im Moment sondieren wir noch mit einer Schule in der Türkei.

Im Bereich der Bildungskooperation haben wir einen Kooperationsvertrag mit dem Alfried-Krupp-Schülerlabor schließen können. Mit dem Umspannwerk Recklinghausen kommt eine zweite Bildungspartnerschaft zustande, die uns bei der Umsetzung der UNESCO-Projektwoche und bei den von uns organisierten UNESCO-Camps für Recklinghäuser Grundschüler*innen unterstützen wird.   

  1. Welche UNESCO-Projekte planen Sie derzeit? Inwieweit sind Lernende und Lehrende an Projekten beteiligt?

Wir wollen unseren UNESCO-Cup weiterentwickeln. Bereits seit 2016 kommen am letzten Mittwoch vor den Herbstferien Schüler*innen aus ganz NRW, um den Wanderpokal mitzunehmen. In Zukunft wird der Sport-Leistungskurs mehr Aufgaben in der Organisation übernehmen. Kollegen aus dem Fachbereich Sport organisieren gerade für Grundschulen ein Fußballturnier in einem ähnlichen Format. Bald wird es dann auch den UNESCO-Cup Recklinghausen geben, an dem Grundschüler*innen teilnehmen. Zusätzlich planen wir in Zusammenarbeit mit dem Umspannwerk und den benachbarten Grundschulen ein dreitägiges Nachhaltigkeitscamp. Hier ist die Hilfe aller Mitglieder der Schulgemeinschaft gefragt.  

  1. Welche Vorteile ergeben sich für Lernende, eine UNESCO-Projektschule zu besuchen?

Da muss ich schmunzeln. Jede Schule hat ihre Vorteile. Ich möchte es so formulieren: In Recklinghausen gibt es vier Realschulen, drei Gesamtschulen und fünf Gymnasien. Aber nur unsere Käthe-Kollwitz-Schule ist eine UNESCO-Schule. 

  1. „Wir schreiben das Jahr 2050. Die KKS, eine Schule …“

..., die weiterhin ganz tolle Menschen in die Gesellschaft schickt.

 

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.

Andrei (EF) und Frau Donschen