Die Rede unserer Schülerin Rangina Khalili (10.4)

Wir stehen hier an dem Hain der Menschrechte. Jeder der 30 gepflanzten Bäume aus 30 verschiedenen Ländern symbolisiert einen Artikel der Menschenrechte. Auf einige dieser Menschrechte möchte ich besonders eingehen. Zunächst aber stelle ich mich einmal vor. Mein Name ist Rangina Khalili und ich bin afghanischer Abstammung. Seit 2013 lebe ich hier in Deutschland und besuche zur Zeit die 10. Klasse der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Recklinghausen. Zunächst möchte ich den Artikel 1 hervorheben. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen. An der KKS besteht die Schülerschaft aus vielen Nationalitäten, z. B. Türken, Afghanen, Araber, Rumänen, Polen, um nur einige zu erwähnen. Die Schüler in der Klassen- und Schulgemeinschaft achten und respektieren sich und sind bemüht, die Andersartigkeit zu akzeptieren. Keiner wird auf Grund seiner Nationalität benachteiligt.

Als nächstes möchte ich auf den Artikel 26 eingehen. Jeder hat das Recht auf Bildung. Ich habe an dieser Schule viel Unterstützung bekommen, um mein Abschluss zu erreichen und meinem Ziel, das Abitur zu machen, näher zu kommen, obgleich ich erst seit 2015 diese Schule besuche. Allerdings habe ich im Iran andere Erfahrung gemacht. Dort durfte ich als Afghanin die Schule nicht besuchen. Ein weiterer Artikel, der mir wichtig ist, ist der Artikel 19. Jeder Mensch darf frei seine Meinung äußern. In meiner  Schule habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schüler und Lehrer gemeinsam diskutieren, um ein Problem zu lösen und dass niemand benachteiligt wird, der seine Meinung vertritt.

Allerdings gibt es auch Artikel, die inhaltlich richtig und gut sind, die aber nicht hundertprozentig umgesetzt werden. Da möchte ich den Artikel 14 herausgreifen. Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen. Meine Familie musste lange Zeit darum kämpfen, um in den Genuss dieses Menschenrechtes zu gelangen. Wir lebten vier Jahr lang in der Angst, abgeschoben zu werden. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass nicht alle Menschenrechte vollständig umgesetzt werden. In vielen Ländern werden sie gar nicht akzeptiert. Deshalb hoffe ich, dass mein Wunsch nach vollständiger Umsetzung aller Menschrechte in allen Ländern spätestens dann umgesetzt ist, wenn diese Bäume ihre volle Größe erreicht haben.