„Mensch ist Mensch. Egal ob weiß, schwarz oder grün!“   

Zu der Veranstaltung in der Oberstufe am 22.03.2017 in der Aula unserer Käthe- Kollwitz- Gesamtschule wurde zum Thema „Nationalsozialismus" ein ganz besonderer Gast eingeladen. Dieser Gast hat uns im Interview mit Jan Gießmann von ihren Erfahrungen und Erlebnissen in der NS- Zeit berichtet. Dies war großartig, denn bisher konnten sich die Schülerinnern und Schüler ihr Wissen nur aus Geschichtsbüchern in Form von Bildern, Statistiken, Texten und Zahlen aneignen.

 

Im Folgenden werde ich Euch diesen einzigartigen Gast, Frau Domhöver, vorstellen.

 

Frau Domhöver ist im Jahre 1930 in Recklinghausen geboren und lebt auch noch nach 87 Jahren in Recklinghausen Süd auf der Bochumer Straße. Sie hatte einen Bruder, der im 21. Lebensjahr im Krieg gefallen ist. Die vierköpfige Familie Domhöver wohnte als Mieter im Haus der jüdischen Familie „Menschenfreund“. Diese beiden Familien glaubten an unterschiedliche Religionen, lebten verschiedene Kulturen aus, führten jedoch eine ganz normale Nachbarschaft, denn für diese zwei Familien war das „Mensch sein“ das Wichtigste. 1938 wurde leider auch die Familie Menschenfreund, wie alle anderen süder Juden aus ihren eigenen Häusern vertrieben und im Judenhaus auf der Bochumer Straße 100 untergebracht und anschließend im Konzentrationslager auf schreckliche Art und Weise ermordet.

 

Die Schülerinnen und Schüler haben schon im Unterricht vom „Bund Deutscher Mädel“ (BDM) und der „Hitlerjugend“ (HJ) gehört. Auch Frau Domhöver war mit 10 Jahren im BDM und hat in dieser Organisation viel Spaß gehabt und somit positive Erinnerungen mitgenommen.

 

Ab 1940 - mitten im Zweiten Weltkrieg - wurden sehr viele Kinder von ihren Müttern nach Süddeutschland auf Bauernhöfe geschickt, um sie vor den Bombenangriffen über den Ballungszentren Nordrhein- Westfalens zu schützen. Auf dem Bauernhof hat Frau Domhöver nicht so viele positive Erfahrungen gemacht, wie im „Bund Deutscher Mädel“, denn sie hatte großes Heimweh und ist alleine 3 Tage mit dem Zug nach Recklinghausen zurückgefahren. Und das schwarz. Aufgrund ihres jungen Alters von 8 Jahren empfand Frau Domhöver die nationalsozialistische Zeit und den Zweiten Weltkrieg nicht so „schlimm“ wie die Erwachsenen, denn ihr fehlte das Bewusstsein und die Wahrnehmung für die dramatische Lage der Juden. Für sie war diese harte Zeit auch immer ein Überlebenskampf.

 

Die Käthe- Kollwitz- Gesamtschule bedankt sich ganz herzlich bei Frau Domhöver für die unvergessliche Veranstaltung. Doch was haben die Oberstufenschüler der Käthe- Kollwitz-Gesamtschule aus dieser Stunde mitgenommen?

 

Wie Frau Domhöver schon ausdrücklich gesagt hat „Augen und Ohren offen halten!!!“ Egal welche Nationalität, Kultur, Religion oder Aussehen wir Menschen haben, wir ALLE sind ein Teil dieser Erde. Es ist unsere Aufgabe aus der Vergangenheit zu lernen und unsere Zukunft friedlich zu gestalten. Deswegen: Liebe und respektiere ALLE Menschen, genau so, wie du geliebt und respektiert werden möchtest.

 

Zu guter Letzt noch ein wunderschönes Zitat von Frau Domhöver „Mensch ist Mensch. Egal ob weiß, schwarz oder grün“

 

Betül Aydin, Praktikantin an der KKS